Gerade ist es richtig schön ruhig hier im Laden in der Collegienstraße. Ich schaue aus dem Fenster, ein paar Leute schlendern gemütlich rüber zum Marktplatz, und ich nutze die kleine Verschnaufpause für einen frischen Kaffee und ein Thema, das mir fast täglich auf den Tresen flattert. Es geht um die sogenannte „Spinnen-App“. Also das klassische, komplett zersplitterte Display nach einem unglücklichen Sturz.
Fast jede Woche kommt jemand zu uns rein, meistens mit einem verlegenen Blick und einer kleinen Plastikdose in der Hand. Darin: ein halb zerlegtes Smartphone, drei winzige Schrauben, die lose herumfliegen, und ein ziemlich frustrierter Besitzer. Meistens fängt das Gespräch dann so an: „Ich dachte, das kann ich schnell selber machen. Im Internet sah das so einfach aus.“
Das Internet sagt, es ist ganz leicht...
Klar, auf YouTube sieht jede Reparatur aus wie ein Kinderspiel. Da sitzt ein entspannter Bastler mit einem Föhn, zieht das Display mit einem Saugnapf ab, klatscht das neue Ersatzteil drauf und fertig ist die Laube. In der Realität unseres Shop-Alltags sieht das leider ganz anders aus. Ein falscher Handgriff, und das geliebte Handy ist reif für die Tonne.
Letzte Woche erst hatten wir einen Kunden aus Kemberg hier. Er hatte sich im Netz ein billiges Display-Kit bestellt. Den Haartrockner der Freundin geschnappt, das Gehäuse erwärmt, mit dem Plektrum rein – und knack. Nicht nur, dass das Glas noch weiter gesplittert ist; er hat beim Aufhebeln auch gleich das hauchdünne Flachbandkabel für den Fingerabdrucksensor komplett durchgerissen. Am Ende war der eigene Rettungsversuch deutlich teurer, als wenn er das Gerät gleich zu uns gebracht hätte.
Moderne Smartphones sind heute echte Präzisionsmaschinen. Die Gehäuse sind extrem fest verklebt und nicht mehr einfach verschraubt. Um die überhaupt schadenfrei zu öffnen, braucht man genau die richtige Temperatur. Zu kalt? Der Kleber hält bombenfest und das Glas bricht. Zu heiß? Das Display verfärbt sich dauerhaft oder der Akku nimmt Schaden. Und glaub mir, einen beschädigten, aufgeblähten Lithium-Ionen-Akku willst du ganz sicher nicht auf deinem Küchentisch liegen haben.
Wann du es selbst versuchen kannst – und wann lieber nicht
Ich will hier gar kein Spielverderber sein. Wenn du ein uraltes Zweitgerät in der Schublade liegen hast, das sowieso kaum noch einen Wert hat, und du einfach Spaß am Basteln hast: Probier es aus! Mehr als komplett kaputtgehen kann es nicht, und man lernt ja auch was dabei. Wenn es klappt – umso besser.
Aber bei deinem Hauptgerät, auf dem deine Banking-Apps laufen, die Fotos von der Familie an der Elbe und all deine wichtigen Kontakte liegen? Da lass bitte lieber die Finger weg.
Hier sind die fünf häufigsten Dinge, die beim Selbermachen schiefgehen:
- Billige Ersatzteile: Viele günstige Displays aus dem Internet haben furchtbare Farben, reagieren extrem träge auf Berührungen oder fallen nach zwei Wochen komplett aus.
- Gerissene Flexkabel: Die Verbindungen im Inneren sind empfindlicher als ein Spinnennetz. Einmal minimal zu fest gezogen, und das Kabel ist durch.
- Staub unter der Linse: Wenn du nicht in einer absolut staubfreien Umgebung arbeitest, hast du nach dem Zusammenbau für immer einen fetten Fussel direkt vor der Frontkamera.
- Fehlendes Spezialwerkzeug: Mit dem normalen Feinmechaniker-Set aus dem Baumarkt kommt man bei den winzigen, speziellen Schrauben der Hersteller meistens nicht weit.
- Wasserdichtigkeit futsch: Einmal geöffnet, ist der Schutz gegen Feuchtigkeit dahin, wenn man nicht die originalen Dichtungen fachgerecht erneuert.
Der kurze Weg zu uns in die Collegienstraße
Wir hier im Mobilfunkshop Lutherstadt Wittenberg machen das nicht zum ersten Mal. Wenn du uns dein Handy bringst, schauen wir uns den Schaden erst mal ganz in Ruhe an. Manchmal ist es nämlich gar nicht das teure Display selbst, sondern nur das Panzerglas obendrauf, das den Sturz abgefangen hat. Das tauschen wir dir dann in wenigen Minuten aus.
Und wenn das Display wirklich komplett hinüber ist? Dann sagen wir dir ehrlich, was der Austausch kostet und ob sich das bei deinem Modell überhaupt noch wirtschaftlich lohnt. Wir schwatzen dir nichts auf. Wenn ein Gerät schon steinalt ist, macht eine teure Reparatur oft einfach keinen Sinn mehr. In so einem Fall beraten wir dich lieber ganz unabhängig zu einem neuen Gerät oder schauen, ob wir deinen Vertrag bei O2, Vodafone, Otelo oder yourfone im Zuge einer Verlängerung clever anpassen können.
Egal ob du aus Zahna-Elster, Coswig, Jessen oder direkt aus unserer Wittenberger Innenstadt kommst: Bring dein Sorgenkind einfach mal bei uns vorbei. Du findest uns in der Collegienstr. 5, unweit der bekannten Luthergedenkstätten.
Du brauchst dafür auch keinen Termin wochenlang im Voraus buchen. Komm einfach während unserer Öffnungszeiten rein: Wir sind von Montag bis Freitag von 09:30 bis 18:30 Uhr und Samstag von 09:30 bis 14:00 Uhr für dich da (Sonntags bleibt der Laden natürlich zu). Wenn du vorab fragen willst, ob wir für dein spezielles Modell ein Display auf Lager haben oder bestellen müssen, ruf uns einfach kurz unter 03491 433685 an oder schreib uns eine WhatsApp-Nachricht an dieselbe Nummer. Wir helfen dir gerne weiter!